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Unterschiede zwischen Deutschland und England

In diesem Eintrag möchte ich gerne auf große Unterschiede zwischen dem Leben in Deutschland und in England eingehen.

Schulsystem

Einen Kindergarten in dem Sinne wie er bei uns existiert gibt es hier nicht. Die ganz Kleinen können in die nursery gehen. Das ist das was einem deutschen Kindergarten noch am nächsten kommt. Doch auch da lernen die Kids schon mehr Dinge als bei uns in dem Alter. Mit vier Jahren kommt man dann in die Primary School, also Grundschule. Die geht bis zur 6. Klasse, also bis zum 10./11. Lebensjahr, danach geht es auf die Secondary School.

Schuluniform

Jede Schule hat natürlich ihre eigene Uniform und ihre eigene Farbe, in der diese gehalten ist. Generell scheint es zumindest hier so zu sein, dass die Mädchen nur Röcke bzw. Kleider aber keine Hosen tragen dürfen.

An der Grundschule von Ollie ist die Uniform blau. Alle Kinder (egal ob Junge oder Mädchen) tragen ein hellblaues Polo-Shirt mit dem Wappen der Schule auf der Brust. Dazu gibt es einen dunkelblauen Jumper, also einen Pulli ebenfalls mit dem Schullogo. Die Jungs tragen graue Hosen, kurz oder lang, dazu graue Socken und schwarze Schuhe. Die Mädchen können sich entscheiden, entweder einen dunkelblauen Faltenrock, ein hellblau-kariertes Kleid oder dunkelblaues Kleid anzuziehen. Dazu dunkelblaue oder weiße Kniestrümpfe und ebenfalls schwarze Schuhe. (Ich wäre als acht/neun jährige ja sehr gern so rumgelaufen :D). Der Schulruckack kann wahlweise auch von der Schule sein oder selbst ausgesucht.

Guy geht auf eine private Jungenschule, bei der die Uniform dementsprechend „komplizierter“ ausfällt. Er muss ein graues Hemd tragen, darüber einen Jumper und dann noch einen Blazer sowie Krawatte. Dazu graue Hosen und schwarze Schuhe.

Generell werden die Sachen allerdings nicht von der Schule gestellt (wie ich das angenommen hatte), sondern jede Familie muss die Sachen selbst kaufen. In Sevenoaks gibt es einen extra Laden für die Uniformen aller Schulen des Ortes.

Mülltrennung

Ist etwas, das hier nicht wirklich existiert, leider. Meine Gastfamilie (und andere auch) haben einen „normalen“ Müll für gefühlt alles, abgesehen von Plastik und Papier. Für beides gibt es eine gemeinsame separate Tonne, die sich „recycling bin“ nennt. Meine Gastkinder benutzen die allerdings so gut wie gar nicht, sondern schmeißen trotzdem einfach alles in den normalen Müll.

Umgangsart

Dass die Engländer sehr höflich sind, ist ja allgemein bekannt. Doch es überrascht mich immer wieder WIE höflich und aufmerksam die Menschen sind. Ein gutes Beispiel ist folgendes: Als ich das erste Mal allein mit dem Auto in die Stadt gefahren bin, war super nervös und aufgeregt. An einer roten Ampel klopft es auf einmal an meine Scheibe und der Fahrer vom Wagen hinter mir steht dort. Mir ist in dem Moment fast das Herz in die Hose gerutscht, so einen Schock habe ich bekommen und so viel Angst hatte ich, dass er mich jetzt wegen sonst etwas anmeckert. Aber nein. Als ich meine Scheibe runterließ, meinte er in einem ganz entspannten Ton: „Ist Ihnen schon aufgefallen, dass ihr Hinterreifen fast platt ist?“ Ich war im ersten Moment echt perplex, denn ich hatte wirklich mit allem (negativen) gerechnet, aber damit nicht.

Es sind also wirklich so kleine Dinge, die den Unterscheid machen. Menschen entschuldigen sich, wenn sie dich nicht gesehen und deswegen die Tür nicht aufgehalten haben.  Männer jeden Alters halten Frauen generell die Türen auf.

Eine gute Freundin von mir war bis vor kurzem in den USA als Au-pair und sie meinte, nachdem sie zurück in Deutschland war, dass sie diese ganzen mürrischen Gesichter hier so auf die Nerven gehen. Natürlich ist die Freundlichkeit hier nicht immer echt und ehrlich gemeint. Ich finde es nach wie vor befremdlich, wenn die Verkäuferin im Supermarkt mich „my love“ nennt. Doch es viel angenehmer als die deutsche „Ehrlichkeit“ in dem Sinne und speziell die ruppige, direkte Art der Berliner.

Auto fahren

Auch beim Autofahren sind die Engländer (meistens) super aufmerksam und geduldig. Da es kein Rechts-vor-Links-System gibt, ist ein gewisser Grad an Aufmerksamkeit absolut notwendig, um keinen Unfall zu bauen. Aber abgesehen davon, bedanken sie sich immer mindestens einmal per Handzeichen, und lassen einen ohne Probleme dazwischen oder warten, bis man vorbeigefahren ist.

Anderes

Etwas, das wirklich auffällig ist: Es gibt kaum Mülleimer im öffentlichen Raum. Wo du in Deutschland n jeder Ecke einen findest, suchst du hier erstmal ein paar Minuten. Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass es mehr Briefkästen als Mülleimer gibt. :D

 

So viel für heute. Es gibt noch mehr Dinge, die mir aufgefallen sind, da ich mir das aber nicht aufschreibe, vergesse ich einiges auch wieder. Zu diesem Thema wird es früher oder später definitiv noch einen Eintrag geben! 😊

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